Die Nutzung künstlicher Intelligenz breitet sich im Arbeitsalltag rasant aus, doch die Qualifizierung der Beschäftigten hält mit diesem Tempo nicht Schritt. Zu diesem Ergebnis kommt der Global Workforce Hopes and Fears Survey 2026 der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für den 49.364 Beschäftigte in 48 Ländern und Regionen befragt wurden. Laut der Erhebung nutzen inzwischen 64 Prozent der Beschäftigten KI im Berufsalltag, was einem Anstieg um zehn Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch die tägliche Nutzung generativer KI kletterte deutlich von zuvor 14 Prozent auf nunmehr 22 Prozent.
Gleichzeitig offenbart die Studie eine bedenkliche Entwicklung bei den betrieblichen Rahmenbedingungen. Obwohl die Werkzeuge zunehmend Einzug in operative Abläufe halten, sinkt der Anteil der Mitarbeitenden mit Zugang zu notwendigen Trainingsangeboten spürbar. Lediglich 51 Prozent der befragten Beschäftigten gaben an, Zugang zu Weiterbildungs- und Lernressourcen zu erhalten. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 59 Prozent, was einen Rückgang um acht Prozentpunkte innerhalb von zwölf Monaten markiert.
PwC warnt vor einer zunehmenden Vierteilung der weltweiten Belegschaften entlang der technologischen Befähigung. An der Spitze stehen die sogenannten Front-runners, die lediglich 14 Prozent der Befragten ausmachen. Diese Gruppe verfügt über ausgeprägte KI-Kompetenzen, profitiert zu 80 Prozent von Weiterbildungsangeboten und blickt mit hoher Zuversicht auf die berufliche Zukunft. Die breite Masse der Beschäftigten wird jedoch abgehängt.
Den Kern der Unternehmen bildet der von PwC als Engine Room bezeichnete Bereich, dem 56 Prozent der weltweiten Belegschaft zugerechnet werden. Diese Beschäftigten tragen die Last des operativen Tagesgeschäfts, haben jedoch kaum Zugang zu gezielter Förderung oder modernen KI-Ressourcen. Weniger als 40 Prozent dieser Gruppe erhalten Möglichkeiten zur Weiterbildung, was die Kluft zu den technologisch versierten Fachkräften weiter vergrößert.
Ergänzt wird dieses Bild durch Kontrolldefizite auf höchster Führungsebene, wie die zeitgleich veröffentlichte Erhebung des PwC Governance Insights Center unter mehr als 600 Aufsichtsratsmitgliedern zeigt. Darin räumen 71 Prozent der befragten Aufsichtsräte ein, dass ihren Gremien die fachliche Tiefe fehlt, um KI-Risiken und Investitionsentscheidungen fundiert zu beaufsichtigen. Zudem bewerten die Aufsichtsräte die Berichte des Vorstands zu Risikokontrolle, Renditen und personeller Befähigung überwiegend als ausreichend bis mangelhaft.

