Der Einsatz von künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Laut dem am 29. September 2026 veröffentlichten Global Workforce Hopes and Fears Survey des Beratungsunternehmens PwC setzen inzwischen 64 Prozent der Beschäftigten weltweit KI-Werkzeuge bei ihrer täglichen Arbeit ein. Dies entspricht einem Zuwachs von zehn Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Für die breit angelegte Untersuchung befragte PwC insgesamt 49.364 Erwerbstätige aus 48 Ländern und 29 Branchen.
Besonders dynamisch entwickelt sich dabei der regelmäßige Umgang mit generativer KI. Der Anteil der Mitarbeiter, die solche Systeme täglich für ihre Aufgaben heranziehen, stieg von 14 Prozent im Vorjahr auf nunmehr 22 Prozent, was einem relativen Anstieg von über fünfzig Prozent entspricht. Zudem gehen 59 Prozent der Befragten davon aus, dass ihre persönliche Nutzung entsprechender Werkzeuge in den kommenden zwölf Monaten weiter zunehmen wird. Die Technologie wandelt sich damit von einem Experimentierfeld zu einem festen Bestandteil der betrieblichen Praxis.
Gleichzeitig offenbart die Studie eine gefährliche Bruchlinie innerhalb der Belegschaften. Fast ein Drittel der technologisch besonders versierten Mitarbeiter, die PwC als Vorreiter oder Front-Runners einstuft, erwägt den baldigen Abschied vom aktuellen Arbeitgeber. Konkret geben 29 Prozent dieser hochqualifizierten Fachkräfte an, dass sie ihr Unternehmen innerhalb der nächsten zwölf Monate sehr wahrscheinlich verlassen werden. Als Hauptgrund nennen viele Betroffene starre Strukturen und eine Unternehmenskultur, die innovative Arbeitsweisen nach wie vor ausbremst.
Diese Unzufriedenheit der Vorreiter geht einher mit einer spürbaren Verknappung von internen Weiterbildungsangeboten. Nur noch 51 Prozent aller befragten Beschäftigten berichten, Zugang zu den für ihren Aufgabenbereich notwendigen Qualifizierungsressourcen zu haben. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 59 Prozent. Für Arbeitnehmer entsteht dadurch zunehmend das Gefühl, bei den schnellen technologischen Umbrüchen auf sich allein gestellt zu sein, anstatt vom Arbeitgeber gezielt gefördert zu werden.
Besonders hart trifft dieses Defizit die operative Kernbelegschaft, die rund 56 Prozent aller Beschäftigten ausmacht. Während kleine Eliteteams gezielt geschult werden, sinkt der Zugang zu strukturierten Lernprogrammen bei der breiten Masse der Angestellten drastisch ab. Die Autoren der Studie warnen vor der Entstehung einer dauerhaften Zweiklassengesellschaft im Betrieb. Eine solche Polarisierung gefährdet nicht nur den Betriebsfrieden, sondern hemmt langfristig auch die flächendeckende Produktivitätssteigerung durch KI.
Unternehmen stehen vor der doppelten Herausforderung, ihre digital fähigsten Köpfe durch flexiblere Arbeitsumgebungen zu binden und gleichzeitig die breite Belegschaft mitzunehmen. Wer generative Werkzeuge lediglich punktuell einführt und Qualifizierungsbudgets kürzt, verliert strategisch wichtiges Talent an innovationsfreudigere Konkurrenten. Ein nachhaltiger Wandel erfordert daher Investitionen in interne Lernpfade, die allen Mitarbeitern offenstehen und bürokratische Hürden abbauen.

