Das in Miami ansässige Sporttechnologie-Unternehmen OnSport AI hat eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von zwei Millionen US-Dollar erfolgreich abgeschlossen. An der Runde beteiligten sich unter anderem internationale Teameigentümer aus dem professionellen Basketball. Gegründet wurde das Startup von Brett Burman und Ahmad Ishaq, die eine Plattform zur automatisierten Analyse biomechanischer Daten im Leistungssport aufgebaut haben. Das frische Kapital soll vor allem in den Ausbau der technischen Infrastruktur und die Weiterentwicklung der zugrunde liegenden Algorithmen fließen.
Der technische Kern von OnSport AI besteht aus einer Kombination von Computer Vision und Machine Learning, die Bewegungsmuster von Athleten während des laufenden Spiels sowie im regulären Training erfasst. Im Gegensatz zu traditionellen Ansätzen, die oft auf am Körper getragene Sensoren angewiesen sind, arbeitet das System rein optisch und kontinuierlich. Dadurch können Trainer und medizinisches Personal Daten erheben, ohne die Bewegungsfreiheit der Sportler einzuschränken. Die Erfassung erfolgt dabei direkt in Echtzeit und speist die Rohdaten in spezialisierte Analysemodelle ein.
Die Plattform setzt auf kognitive und biomechanische Modelle, um subklinische Fehlbelastungen frühzeitig sichtbar zu machen. Solche minimalen Abweichungen in Lauf- und Sprungmustern bleiben für das menschliche Auge im schnellen Spielgeschehen meist verborgen, stellen jedoch häufig die Vorstufe schwerer Muskel- oder Bänderverletzungen dar. Das System vergleicht die aktuellen Bewegungsabläufe mit individuellen Baseline-Werten der Athleten, um akute Belastungsspitzen und Ermüdungszustände zu quantifizieren. Erkennt die Software signifikante Abweichungen, warnt sie das medizinische Team vor drohenden Überlastungen.
Kommerziell verzeichnet das Unternehmen bereits erste nennenswerte Erfolge im Spitzensport. Laut Unternehmensangaben wurden bereits feste Kooperationsverträge mit mehreren Teams aus der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA sowie dem College-Sportverband NCAA geschlossen. Darüber hinaus setzen auch internationale Basketballteams und Clubs aus dem professionellen Fußball die Software im täglichen Trainings- und Spielbetrieb ein. Diese breite Abdeckung zeigt, dass das System über verschiedene Sportarten hinweg adaptierbar ist.
Der Einstieg privater Teameigentümer in das Startup spiegelt ein wachsendes wirtschaftliches Interesse an präventiver Diagnostik wider. Verletzungsausfälle von Schlüsselspielern verursachen im Profisport jedes Jahr finanzielle Schäden in Millionenhöhe, sowohl durch fortlaufende Gehaltszahlungen als auch durch sportlichen Misserfolg. Die Verknüpfung von moderner Bildverarbeitung mit medizinischen Risikoanalysen gilt daher bei Vereinsführungen zunehmend als strategische Investition. OnSport AI positioniert sich in diesem Segment mit dem Anspruch, Daten aus dem Live-Betrieb direkt in konkrete Belastungssteuerungen zu übersetzen.
Die fortschreitende Integration von Computer Vision markiert einen generellen Wandel in der Sportmedizin weg von rein reaktiven Behandlungen hin zu einer vorausschauenden Risikominimierung. Während Videoanalysen jahrelang vorwiegend taktischen Zwecken dienten, etablieren sich automatisierte visuelle Systeme nun fest im athletischen Gesundheitsmanagement. OnSport AI steht exemplarisch für diese Entwicklung, bei der Algorithmen zur permanenten Schutzschicht für hochbezahlte Profisportler werden.

