Am 6. November 2026 haben Teamworks und Front Office Sports ihre gemeinsame Branchenuntersuchung mit dem Titel „The State of AI in Sports 2026“ vorgelegt. Die Erhebung stützt sich auf Angaben von mehr als 160 Sportorganisationen weltweit, darunter Profi-Teams nordamerikanischer Ligen, europäische Spitzenclubs, US-College-Programme und olympische Verbände. Erstmals liefert die Untersuchung eine systematische Bestandsaufnahme dazu, wie wirtschaftlich der Einsatz von künstlicher Intelligenz im Sportsektor tatsächlich ist. Die Ergebnisse zeichnen das Bild einer massiven Kluft zwischen hohen finanziellen Vorschusslorbeeren und real messbaren geschäftlichen Erträgen.
Das Interesse an automatisierten Lösungen wächst in den Geschäftsstellen und Trainingszentren ungebrochen weiter. Ganze 90 Prozent der befragten Organisationen gehen fest davon aus, dass ihre KI-Nutzung in den kommenden zwei bis drei Jahren weiter zunehmen wird. Passend dazu gaben 79 Prozent der Teilnehmer an, ihre Ausgaben für entsprechende Softwarelösungen im vergangenen Jahr aufgestockt zu haben. Auf der Ertragsseite zeigt sich jedoch Ernüchterung: Lediglich 15 Prozent aller befragten Einrichtungen können bislang einen klar nachweisbaren Return on Investment für ihre Engagements vorweisen.
Diese Diskrepanz zieht sich durch sämtliche Ebenen des organisierten Sports, wenngleich nordamerikanische Profiligen leicht bessere Kennzahlen erzielen. Dort vermelden 17 Prozent der Organisationen einen nachweisbaren finanziellen Mehrwert durch ihre eingeführten KI-Systeme. Im Bereich des US-College-Sports sowie bei internationalen Verbänden und Clubs liegt dieser Wert hingegen bei nur 14 Prozent. Obwohl beträchtliche Budgets in modernste Daten- und Vorhersagemodelle fließen, gelingt es den meisten Sportstättenbetreibern und Teammanagern noch nicht, diesen Aufwand in greifbare Gewinne umzumünzen.
Den entscheidenden Hebel für den wirtschaftlichen Erfolg macht die Studie in der organisatorischen Verankerung der Technologien aus. Sportorganisationen, die eine unternehmensweite Gesamtstrategie verfolgen, erreichen immerhin zu 37 Prozent einen positiven Return on Investment. Werden KI-Werkzeuge hingegen isoliert von einzelnen Abteilungen in sogenannten Silos eingeführt, sinkt die Erfolgsquote drastisch auf lediglich 2 Prozent. Unkoordinierte Einzelinitiativen in Bereichen wie Ticketing, Scouting oder Trainingssteuerung verpuffen meist, weil Datensilos und fehlende Schnittstellen eine ganzheitliche Verwertung verhindern.
Als zentrale Ursache für diesen Mangel an Abstimmung identifiziert der Bericht ein gravierendes Defizit in den Führungsetagen. Fast die Hälfte aller untersuchten Sportorganisationen hat bis heute keinen festen Verantwortlichen, einen sogenannten AI Owner, für ihre KI-Initiativen benannt. Ohne eine solche zentrale Steuerungsinstanz agieren die Fachbereiche weitgehend planlos und ohne verbindliche Vorgaben oder einheitliche Qualitätsstandards. Branchenkenner betonen, dass algorithmische Systeme erst dann rentabel werden, wenn Sportorganisationen sie als Kernaufgabe des Managements begreifen und nicht als beiläufige Softwareanschaffung.
Für die Verantwortlichen in Vereinen und Verbänden signalisiert der Bericht einen dringenden Kurswechsel bei zukünftigen Investitionsentscheidungen. Technologische Ambitionen müssen künftig zwingend mit entsprechenden Führungsstrukturen und abteilungsübergreifenden Prozessen unterfüttert werden. Die Studienergebnisse von Teamworks und Front Office Sports verdeutlichen, dass nicht die schiere Anzahl an lizenzierten Tools über den Erfolg entscheidet. Zukünftige Wettbewerbsvorteile auf und neben dem Platz sichern sich vor allem jene Clubs, die ihre gesamte Organisation auf eine gemeinsame digitale Linie einschwören.

