Auf der zweitägigen Kabinettsklausur der Bundesregierung auf Schloss Neuhardenberg stand am 25. August 2026 die wirtschaftliche Aufholjagd bei Künstlicher Intelligenz im Zentrum der Beratungen. Vor dem Hintergrund des globalen Wettbewerbs und wachsender Anforderungen an moderne Infrastrukturen verständigte sich das Bundeskabinett auf konkrete Weichenstellungen für den Digitalstandort Deutschland.
Kern der Beschlüsse ist eine nationale Rechenzentrumsstrategie. Diese sieht vor, die Kapazitäten für High-Performance-Computing und KI-Berechnungen in Deutschland bis zum Jahr 2030 mindestens zu vervierfachen. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen Rahmenbedingungen für den Bau und Betrieb moderner Rechenzentren gezielt optimiert und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden.
Inhaltlich setzt die Regierungsstrategie einen klaren Schwerpunkt auf den Bereich der industriellen KI. Deutschland soll nach dem Willen der Bundesregierung zum weltweit führenden Standort für Anwendungen in der Produktionssteuerung, Sensorik und Automatisierung ausgebaut werden. Damit soll die traditionelle Stärke des heimischen Maschinenbaus und verarbeitenden Gewerbes mit moderner Modellarchitektur verknüpft werden.
Als externe Gastredner nahmen Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, sowie Aidan Gomez, CEO des KI-Unternehmens Cohere, an den Beratungen teil. Beide Spitzenmanager gaben Einblicke in die Anforderungen der Wirtschaft und diskutierten mit den Ministern über die Voraussetzungen für eine wettbewerbsfähige KI-Nutzung in der Industrie.
Aidan Gomez hob in seinem Beitrag insbesondere die Bedeutung digitaler Souveränität hervor. Er betonte die Notwendigkeit robuster, privater KI-Infrastrukturen für Behörden und mittelständische Betriebe in Deutschland, um kritische Abhängigkeiten von US-amerikanischen Hyperscalern spürbar zu reduzieren und Datensicherheit langfristig zu gewährleisten.
Mit den Beschlüssen von Neuhardenberg versucht die Bundespolitik, infrastrukturelle Engpässe zu beseitigen und gleichzeitig den heimischen Unternehmen eine verlässliche Basis für den Einsatz industrieller Modelle zu schaffen.

