Die American Bankers Association (ABA) hat eine formelle Eingabe an den Banken- und Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses gerichtet. Darin fordert der einflussreiche Branchenverband einen bundesweit einheitlichen und risikobasierten Regulierungsrahmen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Finanzsektor. Die Initiative zielt darauf ab, verbindliche Richtlinien für den wachsenden Einsatz automatisierter Systeme bei Kreditentscheidungen, Betrugserkennung und Kundenservices zu etablieren.
Ein zentrales Anliegen der Kreditinstitute ist die Vermeidung eines regulatorischen Flickenteppichs. Da mehrere US-Bundesstaaten bereits eigene Gesetzesinitiativen zur KI-Aufsicht vorantreiben, befürchten überregional tätige Institute erhebliche Rechtsunsicherheiten und kostspielige Doppelstrukturen. Die ABA drängt deshalb auf ein klares bundesweites Primat, das bestehende branchenspezifische Vorschriften technologie-neutral ergänzen soll.
Als bewährtes Fundament verweist der Verband auf etablierte Regelwerke wie den Gramm-Leach-Bliley Act, die bereits strenge Vorgaben für Datenschutz, Governance und Modellrisiken definieren. Nach Ansicht der Bankenvertreter sollte der Gesetzgeber diese bestehenden Mechanismen behutsam modernisieren, anstatt redundante bürokratische Hürden aufzubauen. Ein risikobasierter Ansatz ermögliche es, Innovationen zu fördern und gleichzeitig Verbraucher wirksam vor Diskriminierung oder fehlerhaften Modellentscheidungen zu schützen.
Einen weiteren Schwerpunkt der Eingabe bildet die Forderung nach einem verbindlichen fairen Wettbewerbsumfeld. Nicht-Banken, FinTech-Start-ups und Softwareanbieter, die KI-gestützte Finanzprodukte anbieten, agieren häufig außerhalb des traditionellen Regulierungsregimes. Die ABA fordert den Kongress auf, diese Akteure denselben Aufsichts-, Datenschutz- und Modellvalidierungspflichten zu unterwerfen, die für regulierte Kreditinstitute gelten.
Die Positionierung der Banken fällt in eine Phase, in der Finanzinstitute den Einsatz von generativer KI und autonomen Software-Agenten in internen Abläufen massiv beschleunigen. Ob in der Risikoanalyse, der Portfolioverwaltung oder im Kundendialog: Die Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit der Modelle entscheidet zunehmend über die Stabilität des Finanzsystems. Mit dem Vorstoß will die Bankenbranche sicherstellen, dass aufsichtsrechtliche Vorgaben mit dem rasanten technologischen Wandel Schritt halten.

