Mehrere im Oktober 2026 veröffentlichte Studien zeichnen ein differenziertes Bild der geschäftlichen Nutzung künstlicher Intelligenz. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich getätigte Investitionen in tatsächliche Unternehmenswerte übersetzen. Laut dem am 13. Oktober 2026 erschienenen Bericht der Wharton School und des Beratungshauses GBK Collective verzeichnen zwar 80 Prozent der befragten US-Großunternehmen einen positiven Ertrag aus ihren KI-Initiativen. Allerdings bezeichnen lediglich 28 Prozent der Führungskräfte diesen Return on Investment als stark positiv.
Der Wharton-Report, für den 1.416 Führungskräfte und Angestellte befragt wurden, identifiziert die Art der Erfolgsmessung als entscheidenden Hebel. Abteilungen, die KI-Projekte anhand von Wachstums- und Umsatzmetriken steuern, erzielen fast dreimal so häufig einen stark positiven Ertrag (35 Prozent) wie Bereiche, die sich rein auf Zeitgewinne und Effizienz stützen (13 Prozent). Dennoch bleibt die Kennzahl eingesparter Arbeitsstunden mit 40 Prozent die am weitesten verbreitete Messgröße. Gleichzeitig haben steigende Software- und Rechenkosten den bisherigen Fachkräftemangel als Haupthindernis für eine wirtschaftliche Skalierung abgelöst. Nur sieben Prozent der Organisationen erfüllen laut Wharton alle zentralen Reifekriterien.
Ergänzt werden diese Erkenntnisse durch den Report des Deloitte AI Institute vom 8. Oktober 2026, der auf Angaben von 3.235 Führungskräften weltweit basiert. Deloitte stellt fest, dass die formale Bereitstellung freigegebener KI-Werkzeuge binnen Jahresfrist um 50 Prozent zunahm und mittlerweile rund 60 Prozent der Belegschaften erreicht. Dennoch nutzen weniger als 60 Prozent dieser berechtigten Angestellten die Systeme fest in ihren täglichen Arbeitsabläufen. Ungeachtet dieser Nutzungslücke planen 84 Prozent der befragten Unternehmen, ihre KI-Budgets für das kommende Geschäftsjahr weiter anzuheben.
Gleichzeitig beschleunigt sich der Übergang von Testphasen in den Regelbetrieb. Laut Deloitte haben 25 Prozent der Unternehmen bereits mindestens 40 Prozent ihrer bisherigen Experimente produktiv gesetzt, während weitere 54 Prozent diesen Schritt binnen drei bis sechs Monaten anstreben. Zudem berichten 25 Prozent der Manager, dass KI tiefgreifende transformative Effekte auf ihr Geschäftsmodell ausübt. Dieser Wert hat sich gegenüber der Vorjahreserhebung von 2025, in der zwölf Prozent entsprechende Wirkungen meldeten, mehr als verdoppelt.
Eine detaillierte finanzielle Perspektive steuert eine Erhebung von Gartner bei, die am 12. Oktober 2026 für Finanzvorstände publiziert wurde. Während 55 Prozent der befragten Finanzentscheider auf Bereichsebene von positiven Gesamterträgen ausgehen, herrscht auf Detailebene erhebliche Unklarheit: Bei 57 Prozent der untersuchten Standardanwendungsfälle im Finanzwesen ist der konkrete ROI unklar oder rechnerisch nicht messbar. Lediglich 18 Prozent der Einzelfälle liefern eine nachweisbar positive Rendite, 19 Prozent rentieren sich negativ und sechs Prozent erreichen den Break-even.
Das von Gartner beschriebene Skalierungsdefizit unterstreicht diese Hürden: Nur 22 Prozent aller untersuchten Organisationen haben KI-Systeme über mehrere Geschäftsbereiche hinweg skaliert. Zudem fehlt rund elf Prozent der Finanzabteilungen jegliche Übersicht über die tatsächlichen Gesamtkosten der im Vorjahr getätigten KI-Implementierungen, was fundierte Wirtschaftlichkeitsberechnungen erschwert.

