Das Sportprogramm Texas Athletics der University of Texas hat gemeinsam mit dem Business of Sports Institute an der McCombs School of Business eine neue Initiative für künstliche Intelligenz ins Leben gerufen. Das Vorhaben trägt den Namen Bevo Lab und wurde offiziell auf dem Business of College Sports Summit vorgestellt. Die Leitung des Projekts übernimmt Kirk Goldsberry, der zuvor als Vizepräsident für strategische Analyse bei den San Antonio Spurs in der NBA tätig war. Mit dieser Personalie setzt die Universität auf erfahrene Führung aus dem US-Profisport.
Technologischer Kern der Initiative ist eine enge Zusammenarbeit mit Google Cloud und Dell Technologies. Gemeinsam bauten die Partner eine einheitliche Datenarchitektur auf, die als Bevo Lakehouse bezeichnet wird. Diese Plattform führt heterogene Datensilos zusammen, die im Hochschulsport bisher weitgehend unverbunden nebeneinander existierten. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Gemini-Modelle von Google, um strukturierte und unstrukturierte Datenströme automatisiert auszuwerten.
Die Reichweite des Systems erstreckt sich über das gesamte Universitätsprogramm und deckt 21 Sportarten ab. Insgesamt fließen die Leistungsdaten von mehr als 500 Athletinnen und Athleten in die Plattform ein. Das Bevo Lakehouse führt hochauflösendes Videomaterial, taktische Analysen und Messwerte von Wearable-Sensoren an einer zentralen Stelle zusammen. Dadurch entsteht eine institutionsweite Basis für die sportwissenschaftliche Betreuung.
Ein primäres Einsatzgebiet der neuen Infrastruktur liegt in der Vorbeugung von Verletzungen. Speziell trainierte KI-Modelle analysieren Belastungsspitzen im Trainings- und Wettkampfverlauf, um Überlastungen des Bewegungsapparats frühzeitig zu erkennen. Anhand der kontinuierlichen Sensorerfassung erhalten Trainerteams datenbasierte Prognosen darüber, wann Sportler Regenerationsphasen benötigen. Auf diese Weise sollen Ausfallzeiten während der laufenden Spielzeiten verringert werden.
Neben der physischen Regeneration soll die Plattform auch die taktische Vorbereitung optimieren. Die Software ermöglicht es den Trainerstabstellen, komplexe Spielabläufe digital nachzustellen und spezifische Spielszenarien im Vorfeld zu simulieren. Durch die Verknüpfung historischer Taktikdaten mit räumlichen Bewegungsmustern lassen sich gegnerische Formationen strukturiert aufschlüsseln. Die Teams erhalten dadurch fundierte Analysen zur Vorbereitung auf bevorstehende Wettkämpfe.
Der Start des Bevo Lab unterstreicht den Trend, professionelle Datenplattformen aus dem Spitzensport im US-College-Bereich zu etablieren. Durch die Kooperation von Universität, Sportabteilung und globalen Cloud-Anbietern entsteht ein Referenzmodell für die moderne Sportanalytik. Die Integration von über zwei Dutzend Disziplinen zeigt, dass datengestützte Trainingsmethoden zunehmend den gesamten Hochschulsport erfassen.

