Der KI-Musikanbieter Suno hat offiziell den Start seiner neuen Modellgeneration v6 bekanntgegeben. Gründer und Geschäftsführer Mikey Shulman stellte die Plattformaktualisierung im Rahmen von Branchenauftritten vor. Neben den bereits bestehenden Vereinbarungen mit Major-Labels wie der Warner Music Group und BMG markiert insbesondere die neue strategische Allianz mit dem Pariser Digitalvertrieb Believe und dessen Tochterplattform TuneCore einen bedeutenden Kursschwenk in der Verwertungspraxis generativer Audiomodelle.
Im Zentrum der Partnerschaft steht ein neu konzipiertes Vergütungssystem für freischaffende Kreative. Suno führt mit v6 erstmals ein Opt-in-Verfahren für unabhängige Musikerinnen und Musiker ein. Künstler, die ihre Titel über TuneCore oder Believe vertreiben, können ihre Aufnahmen gezielt für das Modelltraining sowie für interaktive Remix- und Sampling-Funktionen freigeben. Im Gegenzug erhalten die beteiligten Rechteinhaber eine direkte Erlösbeteiligung an den durch die Plattform generierten Einnahmen.
Technisch bringt das v6-Modell laut Unternehmensangaben spürbare Verbesserungen für die Musikproduktion mit sich. Nutzer erhalten präzisere Eingriffsmöglichkeiten in einzelne Tonspuren, sogenannte Stems, sowie feinere Kontrollmechanismen für Gesangsstimmen. Gleichzeitig wurde das störende Rauschen und die für frühere Audio-Diffusionsmodelle typischen klanglichen Artefakte in der Ausgabe deutlich reduziert, um professionelleren Ansprüchen im Tonstudio gerecht zu werden.
Das Vorgehen vertieft die spürbare Spaltung innerhalb der internationalen Musikindustrie. Während sich Unternehmen wie Warner Music, BMG und nun Believe auf Lizenzverträge und Auszahlungsmodelle mit Suno verständigt haben, halten andere Branchengrößen an ihrer harten juristischen Linie fest. Universal Music Group und Sony Music fechten weiterhin Klagen gegen das Start-up aus und werfen dem Unternehmen vor, bestehende Kataloge in der Vergangenheit ohne Zustimmung für das KI-Training abgegriffen zu haben.
Parallel zu den lizenzrechtlichen Vereinbarungen zeichnet sich in der Praxis ein verändertes Nutzungsverhalten ab. Musikproduzent Dr. Dre und Beats-Mitgründer Jimmy Iovine machten unlängst öffentlich, dass generative Werkzeuge längst Einzug in hochkarätige Studioprozesse gehalten haben. Dre bestätigte, generative Audiomuster als kreative Reibungsfläche für eigene Instrumentaleinspielungen zu nutzen, während Iovine auf eine wachsende Zahl namhafter Produzenten verwies, die KI heimlich einsetzen, um Reputationsrisiken in der Öffentlichkeit zu vermeiden.

