Die geschäftliche Nutzung generativer künstlicher Intelligenz hat die Phase unverbindlicher Experimente verlassen und liefert zunehmend messbare wirtschaftliche Erträge. Eine am 27. August 2026 veröffentlichte Studie der Beratungsgesellschaft KPMG unter 480 deutschen Führungskräften zeigt, dass mittlerweile 98 Prozent der befragten Betriebe über eine definierte KI-Strategie verfügen. Vor zwei Jahren lag dieser Anteil noch bei rund einem Drittel. Zudem stufen 97 Prozent der Unternehmen die Technologie inzwischen als direkt geschäftsmodellrelevant ein, verglichen mit lediglich 56 Prozent im Jahr 2024.
Trotz dieses rasanten Ausbaus offenbart die KPMG-Erhebung eine erhebliche Führungslücke im operativen Alltag. Nur in 39 Prozent der befragten deutschen Unternehmen wird der Einsatz von KI aktiv durch das Top-Management gesteuert. Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Thema Trusted AI: Lediglich 33 Prozent der Firmen besitzen ein unternehmensweites Konzept für vertrauenswürdige Systeme, während 53 Prozent lediglich isolierte Einzelmaßnahmen ergreifen. Gleichzeitig prägt der europäische Rechtsrahmen das Handeln bereits stark, da 65 Prozent der Unternehmen angeben, dass der EU AI Act ihren Umgang mit KI maßgeblich beeinflusst.
Dass sich Investitionen in Automatisierung finanziell bezahlt machen, belegt der zeitgleich erschienene globale IT-Report von Alteryx, für den 1.400 IT-Entscheidungsträger befragt wurden. Demnach verzeichnen 69 Prozent der Führungskräfte einen moderaten bis signifikanten Return on Investment (ROI) aus ihren KI-Initiativen, während 27 Prozent erste Frühindikatoren sehen. Den Erfolg bemessen die Verantwortlichen vor allem an Produktivitätssteigerungen (53 Prozent), gefolgt von Kostensenkungen (45 Prozent) und Umsatzwachstum (39 Prozent). Die schnellsten Erträge werden bei der Automatisierung interner Workflows mit 51 Prozent sowie in der Wissensarbeit mit 45 Prozent realisiert.
Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene spiegeln sich diese Effekte in den Daten des Generative AI Adoption Trackers wider, der von Forschern der Federal Reserve Bank of St. Louis und des NBER geführt wird. Im zweiten Quartal 2026 nutzten 39,2 Prozent der US-Erwerbstätigen generative KI in ihrer wöchentlichen Arbeitszeit, nach 28,2 Prozent im dritten Quartal 2024. Der Anteil aller geleisteten Arbeitsstunden, die durch generative Systeme unterstützt werden, kletterte im selben Zeitraum von 4,1 Prozent auf 6,3 Prozent. Dies führte dazu, dass der Anteil der real eingesparten Arbeitszeit bezogen auf das gesamte Arbeitsvolumen auf 2,2 Prozent anstieg.
Der nächste Entwicklungsschritt zeichnet sich im Bereich autonomer Agenten ab. Laut KPMG sehen 86 Prozent der deutschen Betriebe strategische Relevanz in Agentic AI, während laut Alteryx 93 Prozent der IT-Entscheider innerhalb von zwei Jahren einen bezifferbaren ROI durch Agenten erwarten. Eine parallele Umfrage von Caylent unter 200 Enterprise-Führungskräften bestätigt, dass bereits 59,5 Prozent autonome Agenten im regulären Produktivbetrieb einsetzen. Die größte Herausforderung bleibt dabei, diese autonomen Systeme tief und sicher in bereichsübergreifende Prozessketten einzubetten.

