Am 28. September 2026 haben das Institute of Real Estate Management (IREM) und der Softwareanbieter AppFolio die Ergebnisse einer gemeinsamen Branchenuntersuchung vorgelegt. Die Erhebung unter 3.662 Fachkräften der US-Immobilienwirtschaft dokumentiert einen tiefgreifenden operativen Wandel in der Bestandsverwaltung. Während algorithmische Werkzeuge im Arbeitsalltag rasch zur Norm werden, hinkt die organisatorische Absicherung in den Unternehmen deutlich hinterher.
Den Zahlen zufolge setzen mittlerweile 58 Prozent der befragten Verwalter regelmäßig künstliche Intelligenz für klassische Routineaufgaben ein. Zu den primären Einsatzfeldern gehören die automatisierte Beantwortung wiederkehrender Mieteranfragen, die algorithmische Prüfung von Rechnungen sowie das Verfassen von Immobilienexposés. Durch diese Standardisierung gelingt es den Verwaltungen, zeitintensive manuelle Prozesse spürbar zu verkürzen und operative Abläufe in der Mieterbetreuung zu beschleunigen.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Technologieeinsatzes schlagen sich bereits messbar in den Geschäftsbüchern nieder. Ganze 85 Prozent der befragten Anwender verzeichnen durch den Einsatz von KI spürbare Produktivitätsgewinne in ihren täglichen Abläufen. Bei 48 Prozent der befragten Unternehmen führten die Effizienzsteigerungen zudem zu einer direkten Verbesserung des Nettobetriebsertrags, dem sogenannten Net Operating Income.
Im krassen Gegensatz zu den hohen Nutzungsraten steht jedoch der Mangel an institutionellen Kontrollmechanismen. Lediglich 8 Prozent der befragten Verwaltungsgesellschaften verfügen über schriftlich festgelegte Richtlinien für den Umgang mit KI-Werkzeugen. Zudem erhielten nur 26 Prozent der Beschäftigten eine formelle Schulung für den sachgerechten Umgang mit den Systemen, wodurch viele Mitarbeiter eigenmächtig und ohne klare Vorgaben agieren.
Als Hauptursache für Zurückhaltung bei einer noch weitergehenden Automatisierung nannten die befragten Unternehmen handfeste Haftungs- und Verlässlichkeitsrisiken. Insbesondere die Gefahr fehlerhafter Berechnungen und unbemerkter Ungenauigkeiten in Finanz- oder Abrechnungsdaten bereitet den Verantwortlichen Sorgen. Solange belastbare Prüfprozesse und verbindliche Compliance-Leitlinien fehlen, bleibt der Schritt zu vollautonomen Verwaltungsprozessen für den Großteil der Branche vorerst blockiert.

