Pünktlich zum Start der neuen Saison in den europäischen Top-Ligen hat das Sport-Tech-Unternehmen Soccerment die Plattform SICS Atlas offiziell vorgestellt. Das System wurde konzipiert, um bislang fragmentierte Datenströme im Profifußball in einer gemeinsamen Arbeitsumgebung zusammenzuführen. Anstatt getrennte Softwarelösungen für Videoaufnahmen, Positionsdaten, Event-Statistiken und physische Tracking-Werte zu nutzen, können Analysten nun alle relevanten Informationen an einem zentralen Ort verarbeiten.
Nach Angaben des Unternehmens umfasst die Datenbank von SICS Atlas bereits Informationen aus mehr als 310 internationalen Wettbewerben. Insgesamt sind in dem System Profile und Leistungsdaten von mehr als 90.000 Spielern erfasst. Diese breite Abdeckung soll es Vereinen und Scouting-Abteilungen ermöglichen, weltweite Vergleichsanalysen durchzuführen, ohne auf unterschiedliche Datendienstleister mit inkompatiblen Datenformaten angewiesen zu sein.
Ein zentrales Element der neuen Plattform ist die Integration eines Natural-Language-Interface auf Basis moderner Sprachmodelle. Trainer und Scouts müssen keine komplexen Datenbankabfragen oder Filterketten mehr manuell konfigurieren. Stattdessen können sie taktische und personelle Fragen in natürlicher Sprache in ein Chatfenster eingeben. Das System interpretiert die Anfrage, analysiert die hinterlegten Datenbestände und liefert unmittelbar strukturierte Antworten.
Auf Basis dieser Chat-Prompts generiert SICS Atlas automatisch passende Video-Schnittlisten, filtert relevante Spielszenen heraus und erstellt detaillierte statistische Kennzahlen. Scouts erhalten dadurch in Sekundenschnelle konkrete Shortlists für bestimmte Anforderungsprofile, beispielsweise für pressingresistente Mittelfeldspieler oder abschlussstarke Flügelstürmer mit definierten physischen Leistungswerten.
Die Veröffentlichung fällt in eine Phase, in der der professionelle Fußball zunehmend auf algorithmische Unterstützung setzt, um Effizienzgewinne im Transfermarkt und in der Spielvorbereitung zu erzielen. Bisherige Arbeitsabläufe waren oft durch zeitaufwendige manuelle Videosichtung und das manuelle Abgleichen tabellarischer Scouting-Reports geprägt. Die Automatisierung dieser Zwischenschritte soll es sportlichen Entscheidungsträgern ermöglichen, fundierte Entscheidungen schneller zu treffen.

