Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Immobilienbranche hat den Übergang von theoretischen Experimenten zum regulären Arbeitsalltag vollzogen. Wie aus dem am 22. September 2026 veröffentlichten Jahresbericht 2026 REALTORS Technology Report der National Association of Realtors (NAR) hervorgeht, setzt mittlerweile fast die Hälfte der befragten Immobilienmakler entsprechende Werkzeuge regelmäßig ein. Konkret greifen 23 Prozent der Umfrageteilnehmer täglich auf KI-Systeme zu. Weitere 25 Prozent binden diese Technologien auf wöchentlicher Basis in ihre operativen Geschäftsabläufe ein.
Die aktuellen Erhebungen markieren einen bemerkenswerten Mentalitätswandel innerhalb des Berufsstands. Während vorangegangene Marktphasen oft von Skepsis geprägt waren, sank der Anteil der strikten KI-Verweigerer innerhalb eines einzigen Jahres drastisch. Lag die Quote der Makler, die Künstliche Intelligenz vollständig ablehnten, im Vorjahr noch bei 32 Prozent, so schrumpfte dieser Wert laut NAR-Bericht auf nur noch 12 Prozent zusammen. Die zunehmende Reife benutzerfreundlicher Softwarelösungen hat die Einstiegshürden für die breite Masse der Vermittler spürbar gesenkt.
Bei der konkreten praktischen Anwendung dominieren vor allem generative Textsysteme das Aufgabenspektrum. Mit 75 Prozent nutzt der überwiegende Teil der aktiven KI-Anwender die Algorithmen für die strukturierte Erstellung von Exposés und detaillierten Objektbeschreibungen. Das Verfassen ansprechender Immobilieninserate, das vormals viel Arbeitszeit beanspruchte, lässt sich dadurch auf standardisierte Eingaben reduzieren. Die Makler nutzen die Sprachmodelle gezielt, um Rohdaten von Liegenschaften in publikationsreife Präsentationen zu überführen.
Neben der Exposé-Erstellung konzentrieren sich die Anwendungen stark auf die externe Vermarktung und Kundenbetreuung. Dem Bericht zufolge verwenden 56 Prozent der befragten Nutzer generative Werkzeuge für die Konzeption und Durchführung von Social-Media-Kampagnen. Parallel dazu setzen 52 Prozent der Makler auf automatisierte Systeme zur Abwicklung des E-Mail-Verkehrs und der allgemeinen Kundenkommunikation. Dies ermöglicht eine schnellere Reaktion auf eingehende Anfragen potenzieller Käufer oder Mieter.
Als wesentlicher Beweggrund für die rasche Integration steht die betriebswirtschaftliche Effizienz im Vordergrund. Ganze 81 Prozent der befragten KI-Nutzer benennen die reine Zeitersparnis als den ausschlaggebenden Faktor für die Anschaffung und Nutzung der entsprechenden Softwareprodukte. Anstelle langwieriger administrativer Schreibarbeiten können sich Vermittler durch die Unterstützung der Algorithmen wieder intensiver auf die direkte Beratung und Vor-Ort-Termine fokussieren. Die Ergebnisse der NAR verdeutlichen, dass Künstliche Intelligenz im Maklerwesen als pragmatisches Produktivitätswerkzeug angekommen ist.

