Der spanische Profifußball rüstet technologisch auf. Zur neuen Saison führt LaLiga EA SPORTS als erste nationale europäische Profiliga flächendeckend in sämtlichen Partien der ersten Liga einen vernetzten Spielball ein. Das Projekt entsteht in enger Zusammenarbeit zwischen der Ligaorganisation, dem Sportartikelhersteller Puma, dem Sensorikspezialisten KINEXON und dem spanischen Schiedsrichterkomitee CTA. Ziel der Maßnahme ist es, Schiedsrichterentscheidungen präziser zu unterstützen und gleichzeitig neue Datenströme für die Medienberichterstattung und Spielanalyse zu erschließen.
Das technische Herzstück der Neuerung befindet sich im Inneren der offiziellen Puma-Bälle. Ein miniaturisierter Radiofrequenz-Sensor von KINEXON misst Beschleunigungen sowie Bewegungen und überträgt kontinuierlich Positions- und Kontaktdaten in Echtzeit. Empfangen werden diese Signale von einem Netzwerk aus rund zwölf fest installierten Antennen, die in jedem Stadion des spanischen Oberhauses verteilt sind. Diese Infrastruktur garantiert eine lückenlose Erfassung des Spielgeräts über die gesamten 90 Minuten hinweg.
Die generierten Sensordaten fließen unmittelbar in die bestehenden Regelsysteme ein. Sie speisen das halbautomatische Abseitssystem (SAOT) sowie den Video Assistant Referee (VAR). Durch die kontinuierliche Funkübertragung können Schiedsrichter und Video-Offizielle den exakten Zeitpunkt einer Ballberührung auf die Mikrosekunde genau bestimmen. Dies reduziert den Spielraum für Fehlinterpretationen bei strittigen Abseitsentscheidungen oder Handspielen signifikant.
Über das Schiedsrichterwesen hinaus bildet die Sensortechnologie das Fundament für ein neues digitales Ökosystem namens xBALL. Dabei handelt es sich um LaLigas offizielle KI- und Datenplattform, die während der Live-Übertragungen hochfrequente Metriken generiert. Zuschauer und Analysten erhalten dadurch Zugriff auf Berechnungen wie Schussgeschwindigkeiten, Flugkurven oder Passdynamiken direkt im Sendesignal.
Mit diesem flächendeckenden Rollout setzt die spanische Liga ein deutliches Zeichen für die fortschreitende Digitalisierung im europäischen Spitzensport. Bislang kamen ähnliche Technologien vor allem punktuell bei internationalen Endrunden zum Einsatz. Die dauerhafte Integration in den wöchentlichen Ligabetrieb markiert nun den Übergang sensorbasierter KI-Tracking-Systeme in den professionellen Regelbetrieb.

