Das französische PropTech-Unternehmen Deepki hat Anfang August 2026 mit der doppelten Übernahme der britischen Nachhaltigkeitsberatung EVORA Global und des schwedischen Energiedaten-Spezialisten Metry einen bedeutenden Konsolidierungsschritt im europäischen Immobilienmarkt vollzogen. Durch diesen strategischen Zukauf integriert Deepki sowohl die Analyseplattform SIERA von EVORA als auch die automatisierten Schnittstellen zur Datenbeschaffung von Metry in das eigene Ökosystem. Die Transaktion markiert einen Wendepunkt bei der Digitalisierung von Nachhaltigkeitsdaten für gewerbliche Immobilienportfolios. Ziel der Übernahmen ist es, verstreute Umweltdaten in einer zentralen, KI-gestützten Architektur zusammenzuführen.
Mit dem Zusammenschluss deckt die erweiterte Plattform nun den gesamten Lebenszyklus der ESG-Datenverarbeitung ab, von der automatischen Erfassung primärer Zählerdaten bis hin zur KI-gestützten Strategieberatung. Der schwedische Anbieter Metry bringt spezialisierte Technologie zur automatisierten Sammlung von Energie- und Verbrauchsdaten aus tausenden Versorgernetzeinheiten ein. EVORA Global ergänzt dieses Fundament durch seine renommierte Beratungssoftware SIERA, die von großen institutionellen Investoren zur Bewertung von Klimarisiken genutzt wird. Durch die Bündelung dieser Kompetenzen entfällt für Immobilienverwalter die manuelle Zusammenführung von Daten aus unterschiedlichen Quellen.
Die kombinierte Plattform betreut nach Unternehmensangaben fortan mehr als 45.000 Immobilien-Assets weltweit und verarbeitet enorme Mengen an Betriebsdaten in Echtzeit. Algorithmen der künstlichen Intelligenz analysieren auf dieser Basis kontinuierlich den CO2-Ausstoß, identifizieren Ineffizienzen im Ausstattungsbetrieb und berechnen präzise Dekarbonisierungspfade. Asset Manager erhalten dadurch automatisierte Vorschläge für energetische Sanierungen, die direkt mit den finanziellen Kennzahlen der jeweiligen Objekte verknüpft sind. Dies verkürzt den Zeitaufwand für die Erstellung umfassender ESG-Berichte von mehreren Wochen auf wenige Klicks.
Ein zentraler Vorteil der neuen Struktur liegt in der automatisierten CapEx-Planung für anstehende Klimaschutzinvestitionen. Die eingesetzte KI simuliert verschiedene Sanierungsszenarien und bewertet deren Auswirkungen auf den Gebäudewert sowie auf das Einhalten internationaler Regulierungsstandards. Immobilienunternehmen können dadurch zielgerichtet entscheiden, welche Maßnahmen priorisiert werden müssen, um drohende Abschreibungsrisiken durch veraltete Energiesysteme zu vermeiden. Zudem ermöglicht die vergrößerte Datenbasis genauere Benchmarkings innerhalb einzelner Assetklassen und Regionen.
Die Konsolidierung spiegelt den steigenden Druck auf die Immobilienwirtschaft wider, verlässliche und prüfungsfähige Nachhaltigkeitsdaten vorzulegen. Aufsichtsbehörden und Finanzierungspartner fordern zunehmend lückenlose Nachweise über Fortschritte bei der Emissionsreduktion, was reine Stichtagsanalysen obsolet macht. Durch den Einsatz von KI-Systemen wandelt sich das ESG-Management von einer reinen Pflichtaufgabe zu einem aktiven Steuerungsinstrument für den Werterhalt von Immobilien. Die Übernahmen durch Deepki verdeutlichen, dass skalierungsbereite KI-Architekturen der Schlüssel für den künftigen Erfolg im PropTech-Sektor sind.

